Flughafen Memmingen setzt auf einen moderaten Wachstumskurs
Nach einer Phase des stürmischen Wachstums mit zweistelligen Zuwachsraten setzt der Flughafen Memmingen nun auf einen moderaten Expansionskurs.
Im Mittelpunkt stehen, so die Verantwortlichen, die Themen Qualität, Verlässlichkeit und Leistungsfähigkeit in Kooperation mit den Fluggesellschaften, der Region und Partnern vor Ort.
Mit knapp 3,7 Millionen Passagieren im Jahr 2025 hatte der Airport wie berichtet ein neues Rekordergebnis eingefahren und war um rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. „Wir setzen nun bewusst auf einen Übergang von diesem starken Wachstum zu einer stabilen nachhaltigen Entwicklung“, erläutert Flughafen Geschäftsführer Ralf Schmid. Deshalb habe man sich für einen Wachstumspfad entschieden, der jährlich rund fünf bis zehn Prozent mehr Passagiere vorsehe. „Unser Ziel ist es“, so Schmid, „Wachstum nicht kurzfristig zu maximieren, sondern langfristig zu stabilisieren.“ Die Voraussetzungen dafür seien gut. Der bewährte Memminger Mix, der neben klassischen Urlaubszielen vor allem in Ost-Europa eine stattliche Anzahl von Destinationen beinhaltet, die in erster Linie von Arbeitspendlern, Freunden und Verwandten frequentiert werden, sei eine tragfähige Basis für die weitere Arbeit.
Im Mittelpunkt stünden nun die Themen Infrastrukturentwicklung, Automatisierung und Digitalisierung. So komme es jetzt darauf an, Abläufe und Strukturen zu festigen, operative Prozesse zu entlasten und die Infrastruktur für ein nachhaltiges Wachstum zu schaffen. „Die dynamische Entwicklung der letzten Jahre“, so betont auch Dr. Hans Reichhart, Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen Memmingen GmbH, „gilt es positiv zu verarbeiten, um unserem Ziel der ökonomischen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit gerecht zu werden.“ Und zur Zielerreichung trägt auch die Infrastruktur bei. So sollen weitere Ausbaumaßnahmen auf dem Vorfeld und im Terminal stattfinden. Die Ausschreibung für einen zweiten Dienstleister im Bereich Bodenabfertigungsverkehr sei bereits angelaufen. Seit dem 1. Januar versorgt der Flughafen Memmingen gemeinsam mit seiner Abfertigungstochter ALLgate die Airline-Kunden mit Flugkraftstoff. Diese Aufgabe wurde zuvor von einem externen Dienstleister erbracht. Zur Festigung der Position als Süddeutschlands führender Low Cost Airport trage auch die langfristige und vertrauensvolle Kooperation mit den beiden großen Airline-Partnern Ryanair und Wizz Air bei, die eine Zusammenarbeit mit weiteren Fluggesellschaften keineswegs ausschließe.
Marcel Schütz zum Geschäftsführer ernannt
Als zentraler Hebel zur erfolgreichen Weiterentwicklung sehen die Verantwortlichen den Bereich Digitalisierung. „Hier gibt es großes Potential, das wir unbedingt vertieft nutzen müssen“, erläutert Marcel Schütz. Der bisherige Prokurist rückt ab 2026 als weiterer Geschäftsführer in die Chefetage vor (siehe Kurzporträt). Bisher verantwortet der 41-Jährige unter anderem die operative Steuerung und das Business Development und fungiert gemeinsam mit Ralf Schmid als Geschäftsführer der Tochterfirma ALLgate GmbH. Mit der Berufung von Schütz, der seit über 19 Jahren am Flughafen Memmingen tätig ist, setzen die Verantwortlichen ebenfalls ein Zeichen der Kontinuität für die Zukunft.
Weiterhin sieht sich die Flughafen Memmingen GmbH als stabiler und verlässlicher Partner der Region. Als Wirtschafts- und Standortfaktor sowie als Arbeitgeber mit über 400 Beschäftigen sowie als Mobilitätsdrehscheiben wolle man weiterhin eine wichtige Rolle spielen. „Vielen ist bisher nicht bewusst, welche Bedeutung der einfache Zugang von Facharbeitskräften für Branchen wie Pflege, Gastronomie und Hotellerie haben“, erläutert Schütz. Auch als Incoming Airport, der im Winter zahlreiche Skiurlauber aus ganz Europa begrüßt und im Sommer viele Besucher Bayerns und der angrenzenden Alpenregionen verzeichnet, spielt der Flughafen Memmingen eine immer größer werdende Rolle, was der Region positive Effekte in Sachen Steuer und Wertschöpfung beschere.
Flugplatz Memmingen